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  Jean Eudes (1601-1680)

"Jean Eudes? Wer ist das denn? Wie spricht der sich aus?
Ein Franzose... Aha... Und was hat der gemacht?"
So oder ähnlich verlaufen die meisten Dialoge, fragt man nach Jean Eudes. Johannes Eudes wurde am 14. November 1601 in Ri (Normandie) geboren. Mit 14 Jahren trat er in das von Jesuiten geleitete Collége Royal du Mont in Caen ein. Er war ein guter Schüler, und bald zeigte sich auch seine außerordentliche rednerische Begabung.

Während seines Studium trat Jean Eudes 1618 in die Marianische Kongregation ein. In den nächsten Jahren traf er die Entscheidung, Priester zu werden und begann mit dem Studium der Theologie. Er lernte die "Oratorianer" kennen, die eine Niederlassung in Caen hatten, trat in den Orden bei und setzte sein Studium in Paris fort. 1625 empfing er die Priesterweihe.

1632 begann Jean Eudes seine Tätigkeit als Volksmissionar, die den größten Teil seines Lebens erfüllte. Angesichts von sozialem Elend, Hunger und Krankheit suchten viele Menschen Zuflucht und Hilfe bei der Kirche. Jean Eudes bemerkt bald, daß es mit Predigten und guten Worten nicht getan war. Es mußten dauerhafte Hilfseinrichtungen geschaffen werden. Dies galt besonders für jene Mädchen und Frauen, die "in der Sünde" lebten - also der Prostitution nachgingen. Die meisten von ihnen zwang nackte Armut zu dieser Art von Gelderwerb, und viele waren bereit, ihr Leben als Prostituierte aufzugeben, wenn sich ihnen nur eine Überlebenschance bot.
Jean Eudes kam auf die Idee, diese sogenannten „Büßerinnen“ in privaten Häuser unter der Obhut "frommer Frauen" unterzubringen. Er kaufte und möblierte zusammen mit seinen Freunden ein Haus in Caen, das 1641 eröffnet wurde und den programmatischen Namen „Zuflucht“ erhielt.
Nach ersten Anlaufschwierigkeiten übernahmen drei Schwestern von der Heimsuchung Mariens die Leitung des Hauses. Die neue Gemeinschaft, der Jean Eudes den Namen "Unsere Frau von der Liebe" gab, erlangte 1651 ihre kirchenrechtliche Anerkennung. Das Werk der Schwestern wurde bald über die Stadtgrenzen von Caen hinaus bekannt. Von vielen Seiten erreichten die Schwestern Bitten, weitere Häusern zu gründen.
Jean Eudes beschäftigte sich jedoch nicht nur mit den sozialen Problemen seiner Zeit, sondern wandte sich immer wieder dem Thema der geistlichen Erneuerung der Laien und Kleriker zu. 1643 verließ er die Oratorianer und gründete die Weltpriesterkongregation „von Jesus und Maria“ ("Eudisten"), mit dem Ziel, in eigenen Seminaren eine gründliche Priesterausbildung zu ermöglichen.

Jean Eudes gehört zu jenen in der katholischen Kirche, die frühzeitig die Notwendigkeit eines sozialen Engagements erkannten. Das Beispiel seines Einsatzes für Frauen und Mädchen, die von der Gesellschaft geächtet und an den Rand gedrängt wurden, zeigt, daß Jean Eudes in ihnen nicht nur „Sünderinnen“ sah, die bekehrt werden mußten, sondern Menschen, denen man durch tätige Hilfe den Weg zu einem besseren Leben überhaupt erst ermöglichen mußte.

Jean Eudes hatte nicht nur ein Herz für Gott, sondern auch ein Herz für die Welt. Er starb am 19. August 1680. Im Jahre 1925 wurde er von Papst Pius XI. heiliggesprochen.

Sr. M. Euphrasia Pelletier führte die verschiedenen Häuser der Schwestern vom Guten Hirten zu einer internationalen Kongregation zusammen.
 
Sr. Maria Droste Vischering, eine westfälische Adelige, war als Oberin
in Porto tätig und wurde 1975 seliggesprochen.