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Frauengeschichten

"Ich habe mich für das Kind entschieden"

2002 kam ich nach Deutschland, lernte einen Mann kennen und wurde schwanger. Während der Schwangerschaft lief mein Visum ab; es drohte mir die Abschiebung. Dazu kam noch, dass ich ja nicht versichert war und dass der Kindsvater, kurz nachdem ich schwanger geworden war, seine Arbeit als Hausmeister verlor. An eine Heirat war unter diesen Umständen nicht mehr zu denken; denn die Beziehung entwickelte sich, bedingt durch Arbeitslosigkeit und Alkohol, immer schwieriger.

In meiner Not wandte ich mich an die "Lebenspforte" in München. Mitte April 2003 bin ich in St. Gabriel bzw. im Haus Mirjam bei Schwester Daniela eingezogen. In dieser Wohngemeinschaft lebten damals fünf Frauen. Zwei davon hatten Kinder. Ich wurde sehr gut aufgenommen und lebte mich rasch ein.

Wegen meiner schwierigen Lage überlegte ich schon, ob es nicht besser sei, das Kind zur Adoption freizugeben. Aber durch die tatkräftige Unterstützung, die ich von Schwester Daniela erfuhr, entschied ich mich dann doch für das Kind. Ich hatte das Glück, eine Duldung zu erhalten. Alle anfallenden Kosten wurden damals vom Förderverein Lebenspforte e.V. übernommen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Im Juli 2003 habe ich mein Kind bekommen. Nach der Geburt meines Kindes zog ich wieder zum Kindsvater in der Hoffnung, bei ihm bleiben zu können. Da sich aber an seiner Situation in der Zwischenzeit nichts geändert hatte, mußte ich leider feststellen, dass ich mit meinem Kind keine Zukunftschancen hätte, wenn ich bei ihm bliebe. Ich rief Schwester Daniela an und bat sie, mich wieder aufzunehmen. So zog ich Mitte August mit meinem Kind wieder bei ihr ein.

In allen Belangen und lebenspraktischen Dingen erhielt ich sehr viel Unterstützung. Durch die Stärkung meines Selbstbewusstseins konnte ich ab Februar 2004 einen Sprach- und Integrationskurs besuchen. Während ich in der Schule war, übernahm der Förderverein Lebenspforte e.V. die Kosten für eine Tagesmutter. Anschließend machte ich noch einen Aufbau- und Computerkurs. Im Frühjahr 2005 bekam ich dann eine eigene Wohnung.

Dank der Hilfe, die wir erfahren haben, kann ich heute sagen, dass wir die schwere Zeit mit vereinten Kräften gut überstanden haben und dass es uns jetzt gut geht. Ich habe es noch keinen Tag bereut, dass ich mich damals für mein Kind entschieden habe, und ich bin glücklich, dass wir zusammen sind. Zur Zeit mache ich ein Praktikum als Krankenpflegehelferin.

Zum Schluss möchte ich mich noch an alle Frauen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, wenden: "Haben Sie den Mut und wenden Sie sich an die 'Lebenspforte' in München!"



Neue Hoffnung
durch die "Hands-of-Hope"

Ich stamme aus einem kleinen Dorf im Nordosten Thailands nahe der Grenze zu Laos. Als mein Mann und ich entdeckten, dass wir beide aidskrank sind, war das ein schwerer Schlag. Natürlich sickerte die Nachricht auch in unserem Dorf durch - man sah es uns ja an, weil wir immer schwächer wurden - und wir spürten schmerzlich, wie die anderen Dorfbewohner, selbst Verwandte und gute Bekannte, sich von uns distanzierten.

Da stießen wir auf andere Aidskranke aus dem Nachbardorf, die uns vom Freundschaftszentrum der Schwestern vom Guten Hirten erzählten. Sie machten uns mit den Schwestern bekannt, und bald kam ein Krankenpfleger, der mit uns ins Krankenhaus zu den erforderlichen Tests fuhr - es gibt keine Busverbindung von unserem Dorf zu der nächsten Stadt, in der ein Krankenhaus ist. Aufgrund der Tests erhielten wir auch die notwendigen Medikamente, die vom Staat bezahlt werden. Damit wir sie in den richtigen Zeitabständen einnehmen konnten, schenkte uns Sr. Pranee eine Armbanduhr. Sie lud uns auch ein, am nächsten Samstag ins Freundschaftszentrum zu kommen.

Wir wurden mit einem offenen Bus, der all die Dörfer abfuhr, abgeholt und trafen im Zentrum auf eine Gruppe aidskranker Männer, Frauen und Kinder, letzte meist mit ihren gesunden Großmüttern. Obwohl wir fremd waren, fühlten wir uns angenommen.

Der Tag begann mit einem Lied und einer Meditation Dann konnten wir uns entscheiden, an welcher Aktivität wir teilnehmen wollten. Ich ging zu der „Hands-of Hope“-Gruppe, von der unsere Bekannten uns erzählt hatten; mein Mann schloß sich den Töpfern an. Die "Hands-of-Hope"-Gruppe machte wunderschöne Karten. Man lud mich ein, aus Saa-Papier Blätter für die Lotusblüten zu schneiden. Die Farben konnte ich selbst auswählen. Ich kenne ja die verschiedenen Farben der Lotusblüte, unserer Nationalblume.

Am Mittag aßen wir zusammen in Gruppen auf dem Boden der überdachten Terrasse. Die Schwestern hatten für die Mahlzeit gesorgt. Schließlich trafen wir uns im großen Saal zum Singen, Tanzen und Erzählen. An den Wänden waren die Fotos der Menschen aus der Gruppe, die in den vergangenen Jahren an ihrer Krankheit gestorben ware. Sie blieben mitten unter den Lebenden.

Am Nachmittag wurden wir dann wieder mit den Bussen in unser Dorf gebracht. Es war ein ereignisreicher Tag! Ich hatte Freunde gefunden, und mein Leben war heller und hoffnungsvoller geworden.

In der folgenden Zeit besserte sich mein Gesundheitszustand durch die regelmäßigen Medikamente, und ich konnte dreimal in der Woche ins Zentrum fahren und in der „Hands-of-Hope“-Gruppe arbeiten. Als ich kurz darauf schwanger wurde, halfen mir die Schwestern und ihre Mitarbeiterinnen, vor allem mit den regelmäßigen Kontrollen im Krankenhaus.Die Gruppe, ganz gleich ob Christen oder Buddhisten, unterstützte mich mit ihrem Gebet. Das gab mir viel Zuversicht..

Im Sommer des vergangenen Jahres kam unsere kleine Tochter gesund zur Welt. Sie geht mit mir zur "Hands-of-Hope"-Gruppe und ist der Sonnenschein aller, wenn sie in der großen Pappschachtel sitzt und mit den bunten Papierresten spielt.Freilich wissen wir immer noch nicht, ob sie sich angesteckt hat oder nicht. Bisher haben die regelmäßigen Untersuchungen keinen Anlaß zur Besorgnis gegeben. Nachdem unser Leben aus der Ausweglosigkeit eine so positive Wende genommen hat, vertrauen wir darauf, dass unsere Tochter von der HIV-Infektion verschont blieb, und wir hoffen, dass wir noch lange mit ihr zusamen sein können..


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