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Einmal Mond und zurück
Frankfurter "Bullis bringen Freude" in die Welt
Alte VW-Busse, die sogenannten "Bullis", taugen nicht nur als Ausstellungsstücke oder für Oldtimertreffen, sondern können noch immer ihre Nützlichkeit beweisen. Das jedenfalls fanden einige Bulli-Besitzer in Frankfurt und kamen 1992 auf die Idee, mit ihren Wagen ein Kinderkrankenhaus in Sarajewo mit dringend benötigten Hilfsgütern zu versorgen. Doch dieser Plan scheiterte am Kriegsgeschehen in Bosnien. Mit dem Einsammeln der Hilfsgüter hatte man schon begonnen, und so musste ein alternatives Ziel gefunden werden. Statt nach Sarajewo rollte also der erste Hilfstransport mit sechs Bullis zu einer Caritasstation in Satu Mare (Rumä- nien). Die Freude und die Dankbarkeit der Menschen vor Ort überzeugte die freiwilligen Helfer, dass dies nicht eine einmalige Aktion bleiben dürfe. Und gleichzeitig war auch das Motto der Initiative geboren: "Bullis bringen Freude." Zusammen mit Helfern der Dreifaltigkeitsgemeinde in Frankfurt sowie Eltern und Lehrern der Albert-Schweitzer-Schule bereitete man weitere Hilfstransporte vor. Dann kam der Initiator der Aktion, Michael Steinke, mit den Schwestern vom Guten Hirten in Kontakt, die 1998 eine Kommunität am Frankfurter Berg gegründet hatten. Mit Unterstützung des Ordens wurden Transporte nach Gyöngyösoroszi (Ungarn) und nach Korce (Albanien) auf den Weg gebracht. In Gyöngyösoroszi, einem Dorf am Matra-Gebirges, sind rund 800 Roma beheimatet. Vier Schwestern vom Guten Hirten leben hier in einer internationalen Kommunität und kümmern sich um die zumeist bettelarmen Familien.

Besondere Freude herrschte bei den Schwestern in Gyöngyösoroszi (Ungarn) über die Ankunft des Hilfstransportes. Schwester Dorothea Schauerte (Mitte) begutachtete die gespendeten Kinderbetten
In Albanien arbeiten seit 2009 vier Schwestern in einem Kinderzentrum und in einem Roma-Sozialprojekt, unter ihnen Schwester Mirjam Beika aus der Deutschen Provinz des Ordens. 2014 standen beide Orte auf der Liste der Transporte. Die Ladeliste reichte von Kleidung und Schuhen über Kinderspielzeug, Haushaltswaren und Medikamenten bis zu Kinderwagen, Fahrrädern, Betten und Schränken. Um die Kosten für die Transporte möglichst niedrig zu halten wird unterwegs oft in den Fahrzeugen bzw. in Camping­anhängern übernachtet.
Auf zum Teil abenteuer­lichen Wegen waren die VW-Busse in Albanien unterwegs, doch Bulli-Chef Michael Steinke ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
Neben den Hilfsgütertransporten haben die Mitglieder der Aktion "Bullis bringen Freude" in den letzten Jahren auch Ausflüge für Behinderte und Senioren organisiert. Davon profitiert zum Beispiel das "Maria-Droste-Haus" in Hofheim, das Altenheim der Schwestern vom Guten Hirten. 2014 standen Fahrten zum Palmengarten in Frankfurt und nach Seligenstadt auf dem Programm. Es waren der 66. und 67. Einsatz der "Bullis". Auf die Frage, wie lange die mittlerweile betagten VW-Busse noch durchhalten werden, lächelt Michael Steinke. Man habe mittlerweile auch einige neue Fahrzeuge im Einsatz, denn gerade bei den langen Fahrten nach Ungarn und Albanien seien die alten Bullis echte "Spritfresser" und zu langsam. Immerhin wurden seit 1992 rund 565.000 Kilometer zurückgelegt - also fast bis zum Mond und zurück. 126 Tonnen Hilfsgüter wurden dabei an ihr Ziel gebracht. Und mehr noch, wie Michael Steinke berichetet: Neben den materiellen Hilfsgütern für Bedürftige und Benachteiligte wurde auch An- teil- nahme, Freundschaft und Solidarität transportiert.

"Bullis bringen Freude" ermöglichte im Sommer 2014 alten und gehbe­hinderten Schwestern aus dem Maria-Droste-Haus in Hofheim mit acht Fahr­zeugen einen Tagesausflug zum Palmengarten in Frankfurt.
Mehr über "Bullis bringen Freude" finden Sie hier: www.bullis-bringen-freude.de