"Wir sind gesandt, die verwundeten Herzen zu heilen" Pilgerfahrt nach Caen und weitere Beratungen in Angers


Gottesdienst in Caen

In der zweiten Woche des Kongregationskapitels in Angers setzten die Schwestern ihre Beratungen und Diskussionen fort. Aus Anlass der Wiedervereinigung der Schwestern vom Guten Hirten mit den Schwestern Unserer Frau von der Liebe, die vor gut einem Jahr vollzogen wurde, unternahmen zuvor zahlreiche Schwestern und Missionspartner eine Pilgerfahrt nach Caen, um dort dieses großen Augenblicks in der Geschichte der beiden Ordensgemeinschaften zu gedenken. Während des Gottesdienstes erinnerte die Kongregationsleiterin, Schwester Brigid Lawlor, an das Vorwort der Konstitutionen des Ordens, in dem sich die geschichtliche Entwicklung wiederspiegele. Während der Gabenbereitung trugen die Schwestern Fotos vor den Altar, die während des Prozesses der Wiedervereinigung entstanden waren. Nach dem Mittagessen in einem Gemeinschaftszentrum fuhr man zu der Niederlassung der Schwestern in Caen, besichtigte das dortige Museum und beendete den Tag mit einer kleinen Feier für Schwester Marie Pierre, die ihren 100. Geburtstag feiern konnte.


Abschiedsfeier für die Missionspartner

Am nächsten Tag wurden in Angers neun Missionspartner verabschiedet, die als Gäste und VertreterInnen ihrer Regionen am Kapitel teilgenommen hatten. Während des Berichtes über die Missionspartnerschaften hatten sie über ihre Erfahrungen und Probleme berichtet und den Schwestern Einblick in ihre Arbeit gegeben. Die Abschiedsfeier hatten die Schwestern der Provinzen Singapore/Malaysia, Australien/Ozeanien und Indonesien vorbereitet. Teresa Symons bedankte sich im Namen der Missionspartner und sagte u.a.: "Wir waren hier in Vertretung all der vielen Laienmitarbeiter, freiwilligen Helfer und Wohltäter, die weltweit für die Schwestern vom Guten Hirten tätig sind. Wir sind dankbar für den Raum, den man uns hier gegeben hat, um unsere Gedanken und Wünsche in die Versammlung einzubringen und mit den Schwestern unsere Hoffnungen und Träume zu teilen. Wir glauben an den Auftrag des Ordens, der auch unserem Leben Sinn verleiht, und reichen allen vertrauensvoll die Hand. Wir beten, dass der heilige Geist die Kongregation in eine gute Zukunft führen möge. Schauen wir nicht zurück, sondern nach vorne!"


Die Gruppe der kontemplativen Schwestern beim Kongregationskapitel

Einen Blick nach vorn wagten auch die kontemplativen Schwestern vom Guten Hirten. Sie stellten sich mit einer kreativen Präsentation vor, die mit Rollenspielen, persönlichen Zeugnissen und Gesang angereichert war. Die Präsentation stand unter dem Leitgedanken: "Ubi caritas... Wo die Liebe und die Güte, da ist der Herr." Eine der Schwestern verdeutlichte dieses Motiv: "Als kontemplative Schwester bin ich nicht für mich, sondern für andere da. Wir sind von der Kirche gesandt, um verwundete Herzen zu heilen. Wir vereinen uns im Gebet mit unseren apostolischen Schwestern, die gemeinsam mit uns unterwegs sind; wir ermuntern einander, unserer Mission in Liebe und Treue zu dienen - auch in schwierigen Momenten. Wir leben mitten in der Welt so wie Jesus in seiner Zeit in Nazareth, wir teilen mit den Menschen Sorgen und Freuden und suchen mit ihnen nach einem solidarischen Lebensstil in Einfachheit, Offenheit, Demut und Achtung der Schöpfung."

Um einen soldarischen Lebensstil ging es auch beim Bericht der Schatzmeisterin der Kongregation, den Schwester Yolanda Borbon (Foto) erstattete. Sie wies darauf hin, dass der Umgang mit den Ressourcen der Kongregation in den Konstitutionen eine klare Zweckbestimmung erfahre: "Die materiellen Ressourcen der Kongregation stehen im Dienst unserer Sendung." Angesichts der der modernen Welt mit ihren weltweiten wirtschaftlichen Verpflechtungen sei ein kluger Einsatz der vorhandenen Mittel unter Berücksichtigung der vom Evangelium geforderten Werte der Solidarität und Nächstenliebe unerlässlich. Aus diesem Grund beschränke sich die Arbeit der Schatzmeisterin nicht nur auf die Verwaltung des Vermögens, sondern es gehe auch darum, den Schwestern in den einzelnen Provinzen und Distrikten Unterstützung bei Finanzhaltung und Verwaltung zu bieten. In den letzten sechs Jahre habe man deshalb 34 Weiterbildungsveranstaltungen in 19 Ländern durchgeführt. Themen waren unter anderem: Spiritualität, Verwaltungsarbeit in der Mission, evangelischen Prinzipien in Treuhandschaft, Budgetierungsprozesse, Kontrolle der Finanzen, Erstellung von Finanzberichten, Zentralisierung der Finanzverwaltung sowie Immobilien- und Personalmanagement. In zahlreichen Provinzen wurde die Software für ein neues Abrechnungssystem eingeführt, das größer Transparenz und Zuverlässigkeit bei der Verwaltung der eingesetzten Mittel erlaubt.

In den nächsten Tagen werden die Schwestern das Wahlverfahren für die Wahl der Kongregationsleiterin entwickeln. Dabei geht es auch um zukünftige Anzahl der apostolischen und kontemplativen Rätinnen. Die Wahl der neuen Kongregationsleiterin soll am 27. Juni erfolgen. Danach folgt die Wahl der Rätinnen.