Nepal - sechs Monate nach der Katastrophe Schwestern vom Guten Hirten im Einsatz für die Erdbebenopfer


Auf abenteuerlichen Wegen gelangten die Schwestern zu den Dörfern.

Am 25. April 2015 wurde Nepal von einem schweren Edbeben heimgesucht. Das Epizentrum lag zwischen der Hauptstadt Kathmandu und Pokhara in Zentral-Nepal. Nach offiziellen Angaben kamen rund 8.300 Menschen zu Tode, 14.000 wurden zum Teil schwer verletzt. Tausende von Häusern wurden durch das Beben zerstört, Brücken stürzten ein, Straßen wurden unpassierbar und Flüsse traten über die Ufer.
In Zusammenarbeit mit UNICEF, Caritas-Nepal und verschiedenen nicht-kirchlichen NGOs beteiligten sich die Schwestern sofort an den Hilfsaktionen für die betroffenen Menschen (siehe unseren Bericht "Ein Erdbeben erschüttert die Welt" >>>). Schwester Taskila verteilte zusammen mit Caritashelfern 500 Lebensmittelpakete an Familien im Bhaktapur Bezirk. Über das Kinderheim-Netzwerk in Pokhara kauften und verteilten die Schwestern Reis, Dal und Zelte für 50 Familien. Schwester Lucy startete einen Erste-Hilfe-Mission mit einer mobilen Klinikwagen, um ärztliche Hilfe für den Ort Swara zu organiseren, der von der Außenwelt abgeschnitten war. Neben der medizinischen Versorgung von mehr als 900 Erdbebenopfern ging es aber auch um Trost und Traumabewältigung.
Auch Schwester Taskila machte sich zusammen mit weiteren Helfern auf den beschwerlichen Weg nach Swara, um Decken und Zelte zu bringen. Schwester Anjali verteilte zusammen mit lokalen Helfern aus Pokhara Decken, Zelte und Nahrungsmittel an 60 Familien im Dorf Saurpani. Bei einem Treffen mit dem Bezirksbeauftragten des staatlichen Frauen- und Kinderschutzbundes wurde das von den Schwestern vom Guten Hirten geleitete "Opportunity Dorf " (Dorf der Möglichkeiten) zur Auffangstation und zum Pflegeheim für verlassene und verwaiste Kinder ernannt.
Schwester Thomasy verteilte zusammen mit Caritas-Nepal Nahrungsmittel an Familien in Dalchowk. Jede Familie bekam 30 kg Reis, Dal, Zucker, Salz, Kekse, Tee, Öl und Decken. In anderen Dörfern wurden Decken, Wasserkanister, Plastikplanen und Mehrzweck-Zelte für Klassenräumen und Gesundheitszentren verteilt. Fast 1000 Kinder können jetzt in diesen Zelten notdürftig unterrichtet werden.


Verteilung von Lebensmitteln und Hygiene-Artikel an die Dorfbewohner

Ein medizinisches Team, das von den Schwestern vom Guten Hirten koordiniert wird und dem u.a. Dr. Rakesh vom Manipal Krankenhaus in Phokara, Schwester Lucy, sowie zwei andere Ordensschwestern angehören, versuchte von Phokara aus die weiter entfernten Dörfer zu erreichen. Trotz schlechten Wetters und zerstörter Straßen und Brücken gelang es dem Team mit Hilfe der nepalesischen Armee, nach Shimbu zu gelangen, wo 60 Patienten behandelt wurden. Die nächste Station war Ranchowk, wo das Erdbeben 17 Menschenleben gefordert hatte - alle Frauen und Kinder. Hier wurden mehr als 325 Patienten behandelt. Auf Bitten der Dorfbewohner, die beim Transport von Medikamenten und Verpflegung halfen, ging das Team auch zum Dorf Jakiraswara, wo 126 Menschen auf Behandlung warteten. Ein ausführlicher Bericht über die Situation vor Ort und die eingeleiteten Hilfsmaßnahmen wurde an das Gesundheitsamt geschickt. Dessen Leiter zeigte sich sehr dankbar für die Bemühungen der Schwestern, auch abgelegene Dörfer zu versorgen. Das medizinische Team wurde außerdem damit beauftragt, sich besonders um schwangere Frauen und Mädchen zu kümmern - ein Projekt, das von UNICEF finanziell unterstützt wird. Schwester Taskila und Schwester Pushpa wandten sich deshalb an das Manipal Krankenhaus und organisierte Arzbesuche und Ultraschall-Untersuchungen.
In der ersten Juliwoche mieteten die Schwestern vom Guten Hirten ein Haus in Gorkha. Angesichts des schlechten Wetters und der Straßenverhältnisse war es einfach unmöglich, jeden Tag die mehr als 100 Kilometer von Pokhara nach Gorkha zurückzulegen. Die Schwester werden nun zunächst in Ghorka zu leben und von dort die Dörfer besuchen. Dabei geht es nicht nur um materielle Hilfe, sondern auch um den Aufbau von Selbsthilfegruppen.


Ein Verbandplatz unter Zeltplanen in dem Dorf Swara

Eine Gruppe von 13 Schülern, Eltern und Lehrern der Gut-Hirten-Schule in Chennai (Indien) unternahm zusammen mit der Schulleiterin Schwester Mercy George eine Reise durch Nepal, um zu erkunden, wo weitere Hilfe benötigt wurde. Man beschloß, dass ein Team in verschiedene Dörfer gehen und den Einwohnern beim Wiederaufbau ihrer Häuser helfen solle, während ein zweites Team ein Lager organisierte für Kinder, die besonders unter dem Trauma des Erdbebens gelitten haben. Fünf weitere freiwillige Helfer beschlossen sich dem mobilen Klinikteam von Schwester Lucy und Schwester Mary in Gorkha anzuschließen. Aus diesem Plan wurde jedoch nichts, weil das Fahrzeug, das sie nach Ghorka bringen sollte, zusammenbrach. Stattdessen reisten sie nach Doreni, einem kleinen Dorf im Tal des Gorkha-Bezirk, das völlig zerstört worden war und wo ebenfalls helfende Hände gebraucht wurden. Vier Tage war das Team damit beschäftigt, Schutt zu beseitigen und sich um Unterricht für die Kinder zu kümmern. Als die Helfer Doreni wieder verließen, hatten sie beim Wiederaufbau von drei Häusern helfen können.
Im "Opportunity Village” in Pokhara wurde unterdessen ein Feriencamp für Jungen und Mädchen aus drei sozialen Einrichtungen der Stadt organisiert, die Kinder aus zerbrochenen Familien oder sozial gefährdete Kinder beherbergen. Auch in Gorkha wurde ein Camp für über 100 Mädchen der St. Mary’s School auf die Beine gestellt. In Doreni gab es ein ähnliches Programm für 45 Kinder aus drei Nachbardörfern. In der Hauptstadt Kathmandu boten freiwillige Helfer ein Freizeitprogramm für 120 Kinder der "Gut-Hirten-Schule" an, die zumeist aus den Armenviertel stammen.


Helfer und Erdbebenopfer schafften zusammen den Wiederaufbau eines Hauses

Die Schwestern vom Guten Hirten werden den Dienst der "Mobilen Klinik" mit Unterstützung von UNICEF noch ein Weile weiterführen und zusammen mit dem Tata Institut für Soziale Dienste und der nepalesischen Schule für Sozialarbeit psycho-soziale Hilfe vort Ort anbieten. Darüber hinaus haben sie die Absicht, mit Spendenmitteln die vom Beben betroffenen Gesundheitsstationen in Taklung und Tanglichok wiederaufzubauen und einen Fachmann anzustellen, der den Schwestern helfen soll, einen Drei-Jahresplan für den Wiederaufbau und die Entwicklung der vom Erdbeben betroffenen Gemeinden aufzustellen. Die Menschen in Nepal werden noch lange Zeit Hilfe benötigen, und die Wunden, die die Katastrophe geschlagen hat, werden nur langsam verheilen. Die Schwestern vom Guten Hirten sind bereit ihre apostolische Arbeit in den nächsten Jahren darauf einzustellen.

Wer die Schwestern vom Guten Hirten in Nepal unterstützen möchte,
kann dies über eine Spende auf folgendes Konto tun:
Darlehnskasse Münster eG
IBAN: DE80 4006 0265 0003 90950 0
BIC: GENODEM1DKM

Kontoinhaberin: Deutsche Provinz der Schwestern vom Guten Hirten
(Geben Sie als Verwendungszweck "Nepal" an.)