Märtyrerin für die ArmenSeligsprechungsprozess für Schwester Aguchita eröffnet

Wie die Kongregationsleitung der Schwestern vom Guten Hirten in Rom "mit großer Freude" mitteilt, hat die römische Kongregation für die Heilig­sprechungen offiziell bestätigt, dass das Seligsprechungsverfahren für die peruanische Schwester Maria Agustina Rivas Lopez RGS, liebevoll "Aguchita" genannt, eröffnet wird. Bischof Gerardo Zerdin, der zuständige Ortsbischof, wird den Prozess eröffnen; es werden Zeugnisse von Personen über Aguchitas Leben sowie von denjenigen, die ihr Martyrium miterlebten, gesammelt.

Schwester Aguchita wurde 1920 als älteste von elf Geschwistern in Coracora (Peru) geboren. 1938 trat sie in Lima, wo ihr Bruder Caesar als Priester tätig war, in den Orden der Schwestern vom Guten Hirten ein. Sie hatte den Wunsch, bei den armen Bauern im Hochland von Peru zu leben und zu arbeiten. Zunächst war sie jedoch in verschiedenen Häusern des Ordens in Barrios Altos tätig. Angesichts des Kampfes zwischen den peruanischen Streitkräften und Guerilla-Bewegungen wie dem "Sendero Luminoso - Leuchtender Pfad", entschlossen sich die Schwestern, denjenigen zu helfen, die am meisten unter dem Bürgerkrieg litten. Schwester Aguchita ging in den Ort La Florida. In dieser abgeschiedenen Region Chanchamayo wächst ein hervorragender Kaffee, doch die Kaffeebauern sind meist arme Leute. Im September 1990 kam ein Gruppe von bewaffneten Guerilla-Kämpfern nach La Florida, die meisten von ihnen noch Jugendliche. Sie hatten eine Todesliste, auf der die Namen zahlreicher Einwohner standen, darunter auch der Name von Schwester Aguchitas Mitschwester Louise. Da diese aber nicht anwesend war, sagte der Anführer der Guerillas zu Schwester Aguchita: "Du wirst dafür bezahlen." Schwester Aguchita und fünf Dorfbewohner wurden durch Kopfschüsse getötet, vermutlich von einem 17-jährigen Mädchen. In der Erinnerung der peruanischen Bauern und Indios hat sie seitdem einen festen Platz als Märtyrerin für die Ärmsten der Armen.

Dr. Waldery Hilgeman wird als Postulator für das Seligsprechungverfahren alle verfügbaren Dokumente sammeln und eng mit den Schwestern in Peru zusammenarbeiten. Andere Priester und Ordensleute, die durch den "Leuchtenden Pfad" getötet worden waren, wurden kürzlich selig gesprochen. Somit stehen viele Informationen zur Verfügung, die jetzt dem Verfahren zu gute kommen und es vereinfachen werden. Als Voraussetzung für eine Seligsprechung ist kein Wunder erforderlich. Das Martyrium an sich gilt als "Wunder".