Gibt es etwas Größeres, als von einem geliebten Menschen zu hören: „Ich liebe dich“? Wohl kaum. Eine Steigerung aber findet Schwester Bernadette Brommer in ihrem geistlichen Impuls.
Im Dezember betrachten wir den letzten Abschnitt des Ave Cor Gebetes von Johannes Eudes.
Auf dass du in ihm lebest und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.
Die durchgestandene Krise der Liebe führt zur Erleuchtung, zur Heiligung, zum Heil. Das ist die Höchstform der Liebe, eine radikale Umwandlung.
Wenn es trotz des Opfers gelingt durch die Krise hindurchzugehen, ohne zu fliehen, gelangt man zur geläuterten Liebe. Das ist die letzte Stufe des gegenseitigen „Innewohnens“. Man achtet die Verschiedenheit in einem unzerstörbaren Wohlwollen. Man sagt nicht mehr: Ich liebe dich, sondern ich bin für dich Liebe geworden.
Gegen Ende des Hohen Liedes kann man eine ähnliche Erfahrung finden:
„Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Stark wie der Tod ist die Liebe. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen, auch Ströme schwemmen sie nicht weg.“ Hld 8,6-7
Die Liebe ist verwandelt. Sie ist weder besitzergreifend noch in sich verschlossen. So ist die Liebe Gottes zu uns. In seinem Sohn Jesus ist Gott bis zur totalen Hingabe gegangen. Der Tod am Kreuz ist der Höhepunkt der Krise, der zur Auferstehung führt.
„Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont.“ Röm 8,32
Christus ist für uns Liebe geworden. Im Ostergeheimnis wird uns diese Liebe offenbart.
Durch die Gnade Gottes kann jede echte persönliche Verbindung bis hierher gelangen, inmitten der menschlichen Beziehungen wie in der Beziehung zu Gott.
Wenn man die erwähnte Krise annimmt, wird man selber Liebe; Liebe zu Gott und zu den Menschen. Das Leben erneuert sich, man öffnet sich für den Unendlichen und vertraut ihm sein Leben an.
Jeden Monat veröffentlicht Sr. Bernadette Brommer aus München einen geistlichen Impuls. Im Vordergrund steht dabei das Ave-Cor-Gebet des Ordensgründers Johannes Eudes. Mehr von Schwester Bernadette finden Sie hier.